Bildungssystem und Ausbildungsförderung
Das koreanische Schulsystem folgt dem 6-3-3-4-Modell (sechs Jahre Grundschule, drei Jahre Mittelschule, drei Jahre Gymnasium, vier Jahre Hochschule); die ersten neun Jahre sind schul- und gebührenfrei. Auch Kinder ausländischer Familien haben das Recht, an der zuständigen öffentlichen Schule am Wohnsitz aufgenommen zu werden. Nach der Einbürgerung erhalten Kinder dieselben Förderleistungen wie koreanische Schüler.
Schulpflicht und kostenfreie Bildung
- Schulpflicht: Vom 6. bis zum 15. Lebensjahr (1. Klasse Grundschule bis 9. Schuljahr). Kostenfrei sind Aufnahmegebühren, Schulgeld, Schulbücher und Lehrmittel.
- Kostenfreie gymnasiale Oberstufe: Seit 2021 schrittweise eingeführt — 2026 für alle Jahrgänge gebührenfrei (ohne Aufnahmegebühr, Schulgeld, Schulbuch- und Schulbetriebskosten).
- Vorschule (누리과정): Kostenfreies einheitliches Bildungsprogramm für 3- bis 5-Jährige in Kindergärten und Krippen.
- Schulverpflegung: Die meisten Provinzen bieten in Grund-, Mittel- und Oberschulen eine kostenfreie Schulverpflegung an.
Schulbesuch ausländischer Kinder
- Eintragung am Einwohnermeldeamt und Anmeldung bei der zuständigen Schule — die Aufnahme ist mit der ARC-Nummer möglich.
- Multikulturelle und Quereinsteigerkinder: Koreanisch als Zweitsprache (KSL), mobile Koreanischkurse und individuelle Klassenzuteilung durch ein Bildungsausschussverfahren.
- In manchen Regionen sind Internationale Schulen (외국인학교) zulassungsbeschränkt — Eintritt nur, wenn ein Elternteil ausländisch ist oder das Kind mindestens drei Jahre im Ausland gelebt hat (sehr hohe Schulgelder).
- Eingebürgerte Kinder werden an allen öffentlichen und privaten Schulen wie koreanische Schüler aufgenommen.
Außerschulische Bildung — die „Hagwon-Last"
- Korea ist für seine hohen Aufwendungen für Privatunterricht (학원) bekannt — der Landesdurchschnitt liegt bei mehreren Hundertausend ₩ pro Monat und Kind, im Großraum Seoul deutlich darüber.
- Gegensteuern soll die Stärkung des öffentlichen Angebots: EBS-Online-Unterricht, außerschulische Programme an staatlichen Schulen und Nachmittagsbetreuung.
- 늘봄학교 (Grundschulganztag): Schrittweiser Ausbau einer kostenfreien Nachmittagsbetreuung mit Programmangeboten.
Hochschulfinanzierung — Korea Student Aid Foundation
- Staatliches Stipendium (국가장학금, Typ I und II): Stark einkommensabhängige Förderung der Studiengebühren — für die unteren Einkommensschichten praktisch eine vollständige Erstattung, für die Mittelschicht teilweise.
- Daneben Werkstipendien (국가근로장학금) und Leistungsstipendien.
- Bildungskredit (ICL): Einkommensabhängige Rückzahlung — die Tilgung beginnt erst, wenn ein bestimmtes Einkommen erreicht ist; Zinssatz rund 1~2 % pro Jahr.
- Ausländische Studierende: Für die einschlägigen Programme gibt es eigene Förderschienen wie das Government Scholarship Program (GKS). Nach Einbürgerung steht der gesamte Stipendienkatalog wie koreanischen Studierenden offen.
Lebenslanges Lernen und berufliche Weiterbildung
- 국민내일배움카드: Förderung von 3 bis 5 Mio. ₩ über fünf Jahre für Weiterbildungskosten — auch Ausländer mit passendem Visum und Aufenthaltsdauer können teilnehmen.
- K-MOOC und Programme für lebenslanges Lernen ermöglichen kostengünstigen Online-Zugang.
- Korean National Open University (방송통신대, KNOU) und Cyber-Universitäten bieten preiswerte Bachelorabschlüsse an.
Worauf zu achten ist
- Das Schul- und Studienjahr beginnt in Korea im März (Frühjahrssemester = 1. Semester). Anerkennungs- und Quereinstiegsverfahren brauchen Zeit — die Vorbereitung sollte sechs Monate vor der Einreise beginnen.
- Privatunterricht und Promotionsstudium liegen außerhalb der staatlichen Förderung; die Antragsfristen für das staatliche Stipendium (jedes Semester) sollten eingehalten werden.
- Programme, Einkommensgrenzen und Förderbeträge ändern sich jährlich.
Offizielle Hinweise: Bildungsministerium (MOE), Korea Student Aid Foundation, Nationales Institut für lebenslanges Lernen, Multikulturelles Bildungsportal