Bildung in Luxemburg (enseignement)
Das öffentliche Schulsystem Luxemburgs wird vom Ministerium für Bildung, Kinder und Jugend (MENJE) geführt und ist mehrsprachig: Luxemburgisch, Deutsch und Französisch spielen alle eine Rolle, und Englisch wird in der Sekundarschule unterrichtet. Rund 47 % der Bevölkerung besaßen am 1. Januar 2025 nicht die luxemburgische Staatsangehörigkeit. Jedes Kind im schulpflichtigen Alter muss eingeschult werden, unabhängig vom Status der Eltern; kein Kind darf abgewiesen werden. Das Schuljahr dauert vom 15. September bis zum 15. Juli.
Schulpflicht und Kosten
- Beginn: Schulpflichtig ist jedes Kind, das vor dem 1. September 4 Jahre alt ist. Die Gemeinde informiert die Eltern bis zum 15. April und meldet das Kind automatisch an einer Schule in Wohnortnähe an. Kinder im Alter von 3 Jahren können eine freiwillige Früherziehungsklasse (éducation précoce) besuchen.
- Ende: Die Schulpflicht endete bisher am 1. September nach dem 16. Geburtstag. Ab dem Schuljahr 2026/2027 gilt sie bis zum Alter von 18 Jahren, und zwar für Jugendliche, die am 1. September 2026 noch nicht 17 waren.
- Kosten: Öffentliche Schulen sind kostenlos, einschließlich Schulbücher und Schülertransport. Betreuung und Mittagessen in maisons relais sind für Kinder im Schulalter während der Schulzeit kostenlos.
- Wahlmöglichkeiten: Neben dem nationalen Lehrplan bieten öffentliche Schulen mit europäischem Lehrplan englische, französische und deutsche Abteilungen ohne Einschreibegebühren an, und einige öffentliche Sekundarschulen bereiten auf das International Baccalaureate vor. Ab 2026/2027 können Eltern von Schülern im Zyklus 1.2 wählen, ob ihr Kind auf Deutsch oder Französisch lesen und schreiben lernt (Programm ALPHA – zesumme wuessen); angewandt wird dies ab 2027/2028.
- Der Dienst für schulische Integration und Aufnahme (SIA) berät neu angekommene Familien und hilft bei der Einschulung der Kinder.
Hochschulbildung und Studienbeihilfe
- Die Universität Luxemburg (gegründet 2003) unterrichtet auf Deutsch, Englisch und Französisch. Prüfen Sie die Einschreibegebühren für Ihren Studiengang auf der Website der Universität.
- Die staatliche Studienbeihilfe für das Hochschulstudium (AideFi) für 2026/2027 wird pro Semester gezahlt und kombiniert Stipendien und ein Darlehen:
- Basisstipendium: 1.289 €;
- Mobilitätsstipendium (Studium und Miete außerhalb Ihres Wohnsitzlandes): 1.686 €;
- Stipendium nach sozialen Kriterien: bis zu 2.500 €, je nach Haushaltseinkommen;
- Familienstipendium: 307 € (Sommersemester), wenn auch Geschwister studieren;
- Studiendarlehen: 3.250 € (Vollzeit), mit höchstens 1,8 % Zinsen für den Studierenden, Rückzahlung über 10 Jahre ab 2 Jahren nach Studienende.
- Studiengebühren können bis zu 3.800 € im Jahr hinzukommen (halb Stipendium, halb Darlehen). Ein Erfolgsbonus von 250 € ist für Studierende vorgesehen, die ab 2026/2027 einen Studiengang mit AideFi abschließen.
- Fristen: 30. November für das Wintersemester und 31. Mai für das Sommersemester.
Häufige Fehler von Neuankömmlingen
- AideFi steht nicht allen Einwohnern offen. Drittstaatsangehörige brauchen in der Regel den Status eines langfristig Aufenthaltsberechtigten oder internationalen Schutz oder müssen Familienangehörige eines luxemburgischen Staatsangehörigen sein. EU-Bürger brauchen ein Aufenthaltsrecht als Arbeitnehmer, Familienangehörige oder Daueraufenthaltsberechtigte.
- Das Kindergeld endet, wenn ein Kind ein Hochschulstudium beginnt; beantragen Sie AideFi daher rechtzeitig.
- Wenn Sie während des Schuljahres ankommen, wenden Sie sich sofort an Ihre Gemeinde oder den SIA, um Ihr Kind einzuschulen.
Offizielle Hinweise: MENJE: Einschulung neu angekommener Schüler, Guichet.lu: Einschreibung in die Grundschule, Guichet.lu: AideFi, MengStudien: Beträge der AideFi, MENJE: das Bildungssystem im Überblick 2026 (PDF)