Wohnungsförderung in den USA (Stand 2026)
Der US-Wohnungsmarkt ist stark marktwirtschaftlich geprägt. Großvolumige öffentliche Wohnprogramme nach deutschem Vorbild gibt es nur lokal (etwa NYCHA in New York), ihr Anteil ist landesweit gering, und die Wartelisten reichen mitunter über Jahre oder Jahrzehnte. Staatliche Hilfen kommen meist als Mietzuschuss-Voucher für einkommensschwache Haushalte.
Das große Bild
| Programm | Träger | Form | Anspruch | | --- | --- | --- | --- | | Housing Choice Voucher (Section 8) | HUD und örtliche PHA | Mietzuschuss-Voucher | geringes Einkommen, Staatsbürger oder bestimmter Aufenthaltsstatus | | Public Housing | HUD und örtliche PHA | öffentliche Wohnungen | geringes Einkommen, Staatsbürger oder bestimmter Aufenthaltsstatus | | LIHTC-Wohnungen | private Bauträger mit Steuervorteil | Miete unter Marktniveau | mittleres bis geringes Einkommen | | FHA-Hypothek | HUD-Bürgschaft | Eigenheimfinanzierung | schwache Bonität oder geringe Eigenmittel | | VA-Hypothek | Veteranenministerium | Finanzierung ohne Eigenkapital | Militärangehörige und Familien |
Section 8 (Housing Choice Voucher) — die häufigste Hilfe
- Haushaltseinkommen unter 50 % des regionalen Median (AMI), mit Vorrang für Haushalte unter 30 %.
- Der Mieter trägt etwa 30 % der Miete selbst, der Rest geht direkt an den Vermieter.
- Wartelisten dauern meist Jahre; in manchen Regionen ist die Anmeldung zeitweise geschlossen.
- Aufenthaltsstatus: Staatsbürger, Green-Card-Inhaber sowie bestimmte humanitäre Kategorien (Geflüchtete, Asylberechtigte, einzelne Visa). F-1 und H-1B sind ausgeschlossen.
- Antrag bei der Public Housing Authority (PHA) im Wohnort.
Public Housing
- Direkt von der örtlichen PHA betriebene Wohnungen.
- Miete in der Regel 30 % des Haushaltseinkommens.
- Eigene Warteliste, getrennt von Section 8.
- Konzentriert in Großstädten (NYC, Chicago, LA); ältere Bauten und schwierige Sicherheitslagen sind verbreitet.
LIHTC-Wohnungen (Low-Income Housing Tax Credit)
- Bauträger erhalten Steuervorteile, im Gegenzug werden Wohnungen unter Marktniveau vermietet (oft an der 60-%-AMI-Grenze).
- Statusvoraussetzungen oft milder als bei Section 8 — der Aufenthaltsstatus spielt häufig keine Rolle (objektabhängig).
- Suche über die LIHTC-Datenbank (huduser.gov).
Eigenheimfinanzierung
FHA-Hypothek
- Eigenkapital ab 3,5 % möglich (klassische konventionelle Darlehen meist 5 bis 20 %).
- Mindest-Bonität 580+ (zwischen 500 und 579 ist 10 % Eigenkapital nötig).
- Hypothekenversicherung (MIP) verpflichtend.
- Kreditgrenze regional gestaffelt (2026 im Schnitt rund 524.000 US-Dollar, in teuren Regionen bis rund 1.209.000 US-Dollar).
Konventionelle Hypothek
- Eigenkapital meist 5 bis 20 % (unter 20 % wird PMI fällig).
- Bonität ab 620+ empfohlen.
- Über der Grenze gilt das Darlehen als Jumbo Loan.
Programme für Erstkäufer
- Vielfältige Angebote der Bundesstaaten (CalHFA, SONYMA u. a.).
- Eigenkapital-Zuschüsse, vergünstigte Zinsen, Übernahme von Abschlusskosten.
Häufige Fragen
Frage 1. Kann man als F-1- oder H-1B-Inhaber ein Haus kaufen?
Ja, mit Einschränkungen.
- Erforderlich ist eine Bonitätshistorie (idealerweise zwei Jahre).
- ITIN-Hypotheken werden von einigen Banken angeboten (höhere Zinsen, größeres Eigenkapital).
- H-1B-Inhaber bekommen reguläre Hypotheken, sofern Einkommen und Restlaufzeit des Visums passen.
- Section 8 und Public Housing stehen jedoch nicht offen.
Frage 2. Was, wenn ein Vermieter ohne SSN keine Wohnung vermieten will?
- Seriöse Vermieter akzeptieren häufig die ITIN als Identifikationsnachweis.
- Ohne Bonitätshistorie sind 6 bis 12 Monatsmieten Vorauszahlung oder ein Co-Signer üblich.
- F-1-Studierende kommen mit einem Bürgschaftsschreiben der Hochschule weiter.
Frage 3. Bekommt man die Kaution zurück?
- Schutzregeln je Bundesstaat unterschiedlich. Üblich sind ein bis zwei Monatsmieten als Limit; Rückzahlung meist innerhalb von 14 bis 30 Tagen nach Vertragsende.
- Schadensfotos und ein Übergabeprotokoll sind Pflicht.
Frage 4. Wie hoch sind die Mieten im Vergleich?
Stark städteabhängig (2026, 1-Zimmer-Wohnung):
- San Francisco und Manhattan: 3.500 bis 5.000 US-Dollar
- LA und Chicago: 2.000 bis 3.500 US-Dollar
- Texas und Mittlerer Westen: 1.000 bis 1.800 US-Dollar
Empfohlen sind höchstens 30 % des Einkommens; in Großstädten sind 40 % und mehr verbreitet.
Wohnungslosigkeit und Notlagen
- ERA (Emergency Rental Assistance): in der Pandemie groß ausgebaut, heute laufen nur noch Restprogramme einzelner Bundesstaaten.
- Telefon 211 (211.org): Vermittlung örtlicher Notunterkünfte und Lebensmittelhilfen.
- HUD-Beratung: kostenlose Wohnberatung (hud.gov/counseling).
Externe Links
- hud.gov — Bundesministerium für Wohnungs- und Stadtentwicklung
- hud.gov/topics/rental_assistance — Section 8
- huduser.gov — Daten und LIHTC-Suche
- consumerfinance.gov/owning-a-home — Leitfaden Eigenheim
- 211.org — Notressourcen