Mutterschutz und Elternzeit — Paid Parental Leave 22 Wochen (Ausweitung auf 26 Wochen)
Die elterliche Auszeit in Australien stützt sich auf zwei Schichten: das vom Bund unmittelbar ausgezahlte Paid Parental Leave (PPL) und ergänzende Leistungen einzelner Arbeitgeber (employer-funded parental leave). Der wichtigste Unterschied zu Korea: Das PPL wird nicht als Anteil des bisherigen Lohns, sondern als Pauschale auf Höhe des nationalen Mindestlohns (National Minimum Wage) ausgezahlt und ist schrittweise so umgebaut worden, dass beide Elternteile die Tage flexibel teilen können.
Kernpunkte des Paid Parental Leave (PPL)
- Stand Juli 2026: 22 Wochen (110 Werktage), schrittweise Ausweitung auf 24 Wochen ab Juli 2026 und auf 26 Wochen im Geschäftsjahr 2026-27.
- Höhe: Pauschale auf Basis des nationalen Mindestlohns, rund 930 EUR pro Woche (Richtwert 2026, jährliche Indexierung im Juli).
- Aufteilung: gleichzeitig oder nacheinander zwischen den Eltern teilbar; ein Teil kann innerhalb von zwei Jahren nach der Geburt flexibel genutzt werden.
- Tage zur gleichzeitigen Inanspruchnahme: schrittweise erweitert, sodass beide Eltern parallel Auszeit nehmen können.
Wer hat Anspruch
- Work test: in den 13 Monaten vor Geburt oder Adoption mindestens 10 Monate erwerbstätig und insgesamt 330 Stunden geleistet (entspricht etwa einem Tag pro Woche).
- Income test: persönliches zu versteuerndes Einkommen unter rund 175.000 EUR und Familieneinkommen unter etwa 350.000 EUR (Stand 2026 geschätzt).
- Wohnsitzbedingungen: gewöhnlicher Aufenthalt in Australien. Neu zugezogene PR können je nach NARWP und Visumsart mit Wartezeiten oder Ausschlüssen rechnen.
- Selbstständige, Vertragsbeschäftigte und Teilzeitbeschäftigte erhalten die Leistung, sofern der Work test erfüllt ist.
Was ist aus der Dad and Partner Pay geworden
- Die frühere eigenständige Dad and Partner Pay (zwei Wochen pauschal) wurde ab Juli 2023 in das integrierte PPL überführt. Die Familie kann ihr gesamtes PPL-Kontingent frei zwischen beiden Elternteilen aufteilen.
- Eine separate „Vater- und Partnerauszeit" gibt es daher nicht mehr; innerhalb des PPL werden vielmehr reservierte, nicht übertragbare Tage (reserved days) für den jeweils anderen Elternteil schrittweise erhöht.
Aufbau der Superannuation
- Ab Juli 2025 werden auch für Bezugszeiten des PPL gesetzliche Beiträge in der Höhe der regulären Arbeitgeberbeiträge in die Superannuation (SG on PPL) eingezahlt — ein australisches Sondermerkmal, das es in Korea nicht gibt.
Newborn Upfront Payment + Newborn Supplement
- Für Familien ohne PPL (oder zusätzlich zum PPL) gibt es bei Geburt oder Adoption eine Einmalzahlung und einen 13-wöchigen Zuschuss.
- Beim ersten Kind insgesamt rund 2.200 EUR, bei weiteren Kindern etwas weniger.
- Voraussetzung ist ein Anspruch auf den FTB Part A.
Zusätzliche Elternauszeit beim Arbeitgeber
- Der Fair Work Act sieht bei Geburt oder Adoption eines Kindes eine garantierte unbezahlte Elternzeit von 12 Monaten (auf Antrag bis zu 24 Monaten) vor.
- Viele große Unternehmen ergänzen dies durch eigene Regelungen mit bezahlter Elternzeit von 12 bis 26 Wochen — eine Kombination mit dem PPL ist möglich.
Worauf zu achten ist
- Das PPL kann vor oder nach der Geburt beantragt werden; eine Voranmeldung über myGov drei Monate vor der Geburt ist empfohlen.
- Eltern mit temporärem Visum haben kaum Anspruch auf das PPL und sind faktisch auf Regelungen ihres Arbeitgebers angewiesen.
- In der Praxis werden Mutterschutz und Elternzeit häufig mit bezahltem Jahresurlaub, Krankengeld oder personal leave kombiniert.
Offizielle Hinweise: Services Australia: Parental Leave Pay, Fair Work: Parental leave