Gesundheitsversorgung — Doppelstruktur aus Medicare und privater Versicherung
Die universelle Gesundheitsversorgung in Australien wird seit 1984 unter dem Namen Medicare betrieben. Für Staatsbürger und Daueraufenthaltsberechtigte (Permanent Residents, PR) sind die Leistungen niedergelassener Hausärzte (General Practitioners, GP) und der öffentlichen Krankenhäuser faktisch kostenfrei. Finanziert wird das System aus allgemeinen Steuermitteln und aus dem Medicare Levy von 2 % auf das zu versteuernde Einkommen. Der wichtigste Unterschied zur koreanischen Krankenversicherung: Auch stationäre Aufenthalte und Operationen in öffentlichen Krankenhäusern fallen praktisch ohne Eigenanteil an, und die Karte wird personenbezogen ausgestellt, wobei Familienmitglieder unter derselben Kartennummer geführt werden können.
Wer ist versichert
- Staatsbürger und Daueraufenthaltsberechtigte: Antrag direkt mit der Erteilung der Daueraufenthaltsgenehmigung möglich; nach Verknüpfung mit myGov wird die Medicare-Nummer in der Regel innerhalb weniger Tage erteilt.
- Personen aus Reciprocal Health Care Agreement-Staaten (Vereinigtes Königreich, Neuseeland, Irland u. a., elf Staaten insgesamt): Auch bei Kurzaufenthalten sind Notfall- und notwendige Behandlungen über Medicare abgedeckt. Hinweis: Korea zählt nicht zu den Abkommensstaaten.
- Inhaber temporärer Visa: in der Regel kein Medicare-Anspruch. Eine Overseas Visitors Health Cover (OVHC) oder eine Overseas Student Health Cover (OSHC) für Studienvisa ist faktisch unverzichtbar.
Was ist kostenfrei oder günstig
- GP-Sprechstunde: Wendet die Praxis das Verfahren „bulk-bill" an, fällt kein Eigenanteil an; sonst entsteht eine Differenz (gap fee). Der Anteil der bulk-billing-Praxen liegt in städtischen Gebieten zuletzt bei rund 70 %.
- Öffentliche Krankenhäuser: Notaufnahme, stationärer Aufenthalt und Operationen sind als Medicare-Patient grundsätzlich kostenfrei (Mehrbettzimmer, freie Arztwahl ist nicht möglich).
- Arzneimittel (PBS): Über das Pharmaceutical Benefits Scheme liegen die Eigenanteile bei rund 30 EUR für allgemeine Patienten und etwa 7 EUR für Inhaber einer Health Care Card.
Zwei Anreize zur privaten Krankenversicherung (PHI)
Um die öffentlichen Krankenhäuser zu entlasten, fördert der Bund den Abschluss einer privaten Krankenversicherung gleich zweifach.
- Private Health Insurance Rebate: Je nach Einkommen erstattet der Staat etwa 8 bis 32 % des Versicherungsbeitrags.
- Medicare Levy Surcharge (MLS): Wer ein bestimmtes Einkommen überschreitet (Stand 2026 für Alleinstehende rund 93.000 EUR) und keine private hospital cover besitzt, muss zusätzlich 1,0 bis 1,5 % auf das zu versteuernde Einkommen zahlen.
- Lifetime Health Cover (LHC) loading: Wer nach dem 31. Geburtstag ohne hospital cover bleibt, zahlt bei späterem Abschluss pro Jahr 2 % Aufschlag (bis maximal 70 %); nach zehn ununterbrochenen Jahren entfällt der Aufschlag wieder. Zugewanderte sollten den Abschluss innerhalb der ersten zwölf Monate nach Erhalt des Daueraufenthalts erledigen — in dieser Frist gilt die LHC-Befreiung für Zugewanderte.
Worauf zu achten ist
- Zahnmedizin, Augenheilkunde und Physiotherapie werden für Erwachsene praktisch nicht von Medicare übernommen — Eigenleistung oder private Zusatzversicherung sind die Regel.
- Mit einem vom GP ausgestellten Mental Health Care Plan lassen sich pro Jahr bis zu zehn psychotherapeutische Sitzungen anteilig über Medicare abrechnen.
- Notfälle: Triple Zero (000); nicht akute Anliegen: healthdirect (1800 022 222).
Offizielle Hinweise: Services Australia: Medicare, privatehealth.gov.au