Britisches Rentensystem
Die britische Altersvorsorge folgt im Wesentlichen einer Drei-Säulen-Struktur: Säule 1 ist die staatliche State Pension, Säule 2 die im Betrieb automatisch eingerichtete Workplace Pension, Säule 3 die private Vorsorge wie etwa SIPPs. Die State Pension entspricht in der Funktion etwa der koreanischen Nationalrente, die Workplace Pension dem koreanischen DC-betrieblichen Renten-Modell mit Auto-Enrolment.
Säule 1 — State Pension
- Finanzierung: nicht aus dem allgemeinen Haushalt, sondern aus den National-Insurance-Beiträgen (NI). Beschäftigte zahlen Class 1, Selbstständige Class 2 und Class 4.
- Anspruch: Mindestens zehn Jahre NI-Beiträge für einen Teilanspruch, 35 Jahre für die volle neue State Pension.
- Höhe: als Wochenpauschale ausgezahlt, jährlich nach dem Triple Lock angepasst (höchster Wert aus Lohnwachstum, Inflation oder 2,5 %). Stand 2026 liegt der volle Betrag bei rund 230 GBP pro Woche; der genaue Wert ändert sich jährlich im April.
- Regelaltersgrenze: derzeit 66 Jahre, schrittweise Anhebung auf 67 bis ungefähr 2028. Eine weitere Anhebung auf 68 wird für die 2040er Jahre diskutiert.
Säule 2 — Workplace Pension
- Auto-Enrolment: Arbeitnehmer zwischen 22 Jahren und der State Pension Age mit einem Jahresentgelt ab rund 10.000 GBP werden seit 2012 automatisch in die betriebliche Vorsorge aufgenommen.
- Mindestbeitrag: in der Regel insgesamt 8 % (5 % Arbeitnehmer, 3 % Arbeitgeber); je nach Arbeitgeber und Branche oft mehr.
- Modell: meist beitragsorientiert (DC). Im öffentlichen Dienst (NHS, Lehrer u. a.) gibt es noch leistungsorientierte (DB) Pläne, die jedoch zurückgehen.
- Steuerliche Wirkung: Eigenbeiträge werden bei der Einkommensteuer berücksichtigt.
Säule 3 — Private Vorsorge
- Als wichtigste Bausteine gelten SIPPs (Self-Invested Personal Pensions) und ISAs zur steueroptimierten Vermögensbildung. Dieser Abschnitt ist allgemein gehalten und keine Anlageberatung.
Worauf Personen mit Korea-Bezug achten sollten
- Sozialversicherungsabkommen Großbritannien-Korea (in Kraft seit 2000, geändert 2017): Versicherungszeiten in der koreanischen Nationalrente und britische NI-Zeiten lassen sich für die Erfüllung der Wartezeit zusammenrechnen. Auch ein nur fünfjähriger Aufenthalt in Großbritannien geht somit nicht verloren — bei der Antragstellung in Korea oder Großbritannien werden die jeweils anderen Zeiten anerkannt. Die Höhe der Auszahlung richtet sich aber jeweils nach den tatsächlichen Beiträgen im jeweiligen Land.
- NI-Status prüfen: Über Check your State Pension forecast auf GOV.UK lassen sich Beitragsjahre und voraussichtliche Auszahlung prüfen. Lücken können bei Berechtigung mit freiwilligen Class-3-Beiträgen geschlossen werden.
- Nach der Rückkehr: Die State Pension kann nach Korea überwiesen werden; allerdings gilt das Triple-Lock-Anpassungssystem für Bezieher in einigen Drittländern nicht. Die Klassifizierung Koreas sollte vorab geprüft werden.
- Doppelbesteuerung: Über das Doppelbesteuerungsabkommen Großbritannien-Korea wird die doppelte Besteuerung derselben Rentenzahlung vermieden. Da die Besteuerung am Wohnsitzland anknüpft, empfiehlt sich vor der Rückkehr eine Steuerberatung.
Diese Hinweise sind eine allgemeine Orientierung für 2026; konkrete Beträge und Altersgrenzen werden im April jedes Jahres aktualisiert.
Offizielle Hinweise: GOV.UK State Pension, Pension Wise